Bau des Kernkraftwerks Belene vor dem Aus
Das Bauvorhaben des geplanten Atomkraftwerks Belene im Norden Bulgariens steht vor dem Scheitern.
So suche die Bulgarische Regierung bereits einen Käufer für den Anteil von 51 Prozent des staatlichen Stromversorgers Natsionalna Elektricheska Kompania EAD - NEK EAD (engl.). Außerdem werde sie keine Staatsgarantien zur Verfügung stellen. Dies gab Wirtschaftminister Traicho Traikow in Sofia bekannt. Sie selber würde höchstens ein Fünftel des Kraftwerks behalten.
Auch der der mit 49 Prozent mitfinanzierende Energiekonzern RWE gehe kaum noch von einer Realisierung des Projekts aus. So machte Firmenchef Jürgen Großmann auf einer Aufsichtsrat-Sitzung deutlich, dass er ebenfalls nicht mehr mit Bau des Kernkraftwerks rechne.
Kostendopplung irritiert RWE
Zweifel gibt dabei vor allem die Verdopplung der Kosten auf acht Milliarden Euro. Um die Beziehungen mit Bulgarien nicht zu strapazieren, werde der Energiekonzern den Ausstieg jedoch nicht aktiv verfolgen. So versicherte Großmann dem Bulgarischen Ministerpräsidenten Bojko Borissow (bulg.) die Mitarbeit des Energiekonzerns an dem Projekt.
Rettung für den Belene könnte aus Russland kommen. Dafür müsste Moskau aber nicht nur den bisher zugesagten Kredit von 3,8 Milliarden Euro für den Bau des Atomkraftwerks durch den russischen Kraftwerksentwickler Atomstrojexport gewähren. Russland müsste auch Anteile des Kraftwerks der NEK übernehmen und somit als Betreiber aktiv werden. Dies ist jedoch seit der Regierungsübernahme durch den nationalkonservativen Borissow auch in Bulgarien politisch umstritten.

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