Brauchtum Kukeri - ein Fest für die Augen
Im Januar feiern die Westbulgaren traditionell ihre beliebten Kukeri-Maskenspiele, die sich mit dem deutschen Karneval vergleichen lassen.
Ob Kuh, Schaf oder Ziege, die traditionellen tierischen Verkleidungen sind ein Highlight der Kukeri-Spiele. Dabei verkleiden sich die bulgarischen Männer und tanzen, versteckt hinter riesigen Masken, durch die Straßen ihrer Dörfer. Das Wichtigste: Jeder trägt kleine und große Kuhglocken. Der beim Tanz erzeugte fast ohrenbetäubende Lärm soll die bösen Geister vertreiben und dafür sorgen, dass die Dorfbewohner das ganze Jahr über Ruhe vor ihnen haben. In dieser Hinsicht sind die Kukeri-Spiele mit unserem Karneval zu vergleichen.
Individuell und farbenfroh
Je nach Region gibt es gewisse Unterschiede bei den Spielen – sowohl beim Zeitpunkt als auch bei den Kostümen. Die ersten Kukeri fanden in Westbulgarien statt, welches heute noch als die Hochburg der traditionellen Maskenspiele gilt. Dort fertigen die Bulgaren ihre Masken traditionell aus dem Fell von Haus- und Hoftieren.
Je östlicher das jeweilige Dorf liegt, desto später finden die Spiele statt. In der Dobrudscha und im Süden des Landes werden die Kostüme meist in Handarbeit aus Textilien gefertigt. In der thrakischen Ebene, wo die Feste im Februar stattfinden und es dann etwas wärmer ist, tragen die Männer bunte Leinenhemden, verziert mit zahlreichen bunten Perlen, glitzernden Steinchen und Knoblauchzehen. Doch egal, wo die Kukeri stattfinden, eins ist sicher: Die bunten und furchteinflößenden Masken sind in jedem Fall ein Fest für die Augen und damit auch eine echte Touristenattraktion.

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