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Bulgarien besiegelt Bau der Nabucco-Pipeline

Bulgarien und andere EU-Staaten sowie die Türkei haben ein Abkommen über die gigantische Pipeline Nabucco unterzeichnet. Mit der Leitung möchte die EU unabhängiger von Russland werden.

Die jahrelangen Verhandlungen, bei denen es auch schon häufig so aussah, als würde das Mammutprojekt gar nicht zu Stande kommen, haben damit ein Ende gefunden. Mehrere EU-Staaten besiegelten gemeinsam mit der Türkei in Ankara den Bau der Nabucco-Pipeline. Hauptziel der Leitung ist es, Europa mit asiatischem Ergas zu versorgen und so unabhängiger von Russland zu werden.

 

Fünf Staaten sind an dem gigantischem Projekt beteiligt: Neben Bulgarien und der Türkei verläuft die Leitung durch Rumänien, Ungarn und Österreich. Sie alle verpflichteten sich in der Vereinbarung, die Durchleitung in keinem Fall zu behindern.

Gigantisches Gas-Projekt

Die Gesamtkosten der 3000 Kilometer langen Pipeline belaufen sich auf bis zu acht Milliarden Euro. Die Europäische Union unterstützt das Projekt mit Krediten und Zuschüssen. Auch der deutsche Energiekonzern RWE wird an dem Bau beteiligt sein.

 

Woher das Gas jedoch genau kommen soll, ist noch nicht vollständig geklärt. Aserbaidschan gilt zwar als gesichert, kann jedoch nur einen Bruchteil der geplanten 31 Milliarden Kubikmeter jährlich bereitstellen. In Frage kommen außerdem Kasachstan, Usbekistan oder Turkmenistan.

Konkurrenz-Pipeline „South Stream“

Bulgarien wird auch an dem russischen Projekt „South Stream“ beteiligt sein. Diese Leitung soll von Beregovaya an der östlichen Schwarzmeerküste durch das Schwarze Meer nach Bulgarien führen. Von dort aus soll sie das Erdgas nach Österreich, Griechenland und Italien bringen.

 

Der Bau gilt als Konkurrenzprojekt zu der europäischen Nabucco-Pipeline: Mit dem Bau möchte Gazprom diese unrentabel machen. Nur einen Tag nach Nabucco unterzeichnete Bulgarien auch für „South Stream“ eine Absichtserklärung. Das ärmste EU-Land steigt bei beiden Gas-Projekten ein.


 

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