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Bulgarien will Atomkraftwerk in Belene errichten

Das bereits seit 25 Jahren umstrittene Atomkraftwerk in Belene soll nun doch gebaut werden. Die EU wird das Projekt möglicherweise mitfinanzieren, trotz heftiger Kritik von vielen Seiten.

Das Werk stößt insbesondere auf Gegenwehr, da es vermutlich aus Russland kommen wird. Sogar der ehemalige Leiter der bulgarischen Atomsicherheitsbehörde, Gueorgui Kastchiev, warnt die EU, sich an dem Projekt zu beteiligen.

 

Er habe sehr schlechte Erfahrungen mit dem in Belene geplanten Reaktortyp und dem russischen Hersteller gemacht. Weiterhin kritisiert er, dass das Werk in einem erdbebengefährdeten Gebiet errichtet werden soll. Das hieße „das Schicksal herauszufordern“, so Kastchiev. Auch Umweltschützer warnen vor unvorhersehbaren Risiken.

 

Bis Ende des Jahres möchte Brüssel Stellung zu dem Werk nehmen. Zwar benötigt Bulgarien für den Bau keine Genehmigung der EU, allerdings würde eine Genehmigung die Finanzierung mit EU-Mitteln ermöglichen. Dies wäre das erste Mal, dass die EU in Russland entwickelte Nuklear-Technik finanzieren würde. Indirekt wäre so auch der deutsche Steuerzahl an dem sieben Milliarden Euro teuren Projekt beteiligt.

 

Bulgarien hatte sein einziges Atomkraftwerk in Kosloduj Anfang des Jahres schließen müssen, um in die EU aufgenommen zu werden. Die EU-Kommission hatte die Reaktoren als veraltet und daher zu risikoreich erachtet. Doch durch die Abschaltung hat Bulgarien seine Stellung als Stromversorger des gesamten Balkangebiets verloren. Das geplante AKW in Belene soll das alte nun ersetzen.


 

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