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Bulgarische Ikonen in Frankfurt

Das Frankfurter Ikonemuseum stellt ab dem heutigen Donnerstag bis zum 15. Juni 69 Exponate aus Bulgarien aus.

Anlässlich des EU-Beitritts Bulgariens soll die Ausstellung namens „Feuer und Geist. Ikonen aus der Schatztruhe des Bulgarischen Patriarchats“ zu einer besseren Kenntnisse der Geschichte und Kultur des Landes beitragen: Über 1000 Jahre kulturelle Entwicklung zeigt die Sammlung.

 

Die Ausstellung ist das erste Mal außerhalb Bulgariens zu sehen und auch dort sind viele der Exponate kaum oder nur durch Fotos bekannt, so Kuratorin Snejanka Bauer. Unter den Ausstellungsstücken befinden sich neben wertvollen, großformatige Ikonen, auch sakrale Kirchengeräte und Gewänder.

 

Ikonen

Ikonen sind Kultgegenstände, typisch für das orthodoxe Christentum. Meist handelt es sich um ein Tafelbild auf Holz, oft sind es aber auch Arbeiten aus Marmor oder Mosaike. Das Kunsthandwerk der Ikonenmalerei geht bis ins 4. Jahrhunderte und verbreitete sich von Byzanz ausgehend über den Balkan bis nach Russland. Sie zeigen Szenen des alten und neuen Testaments, stellen Heilige oder Mutter Gottes dar, auf goldenem oder blauem Hintergrund oder vor Landschaften.

 

Exponate als Spiegel der kulturellen Traditionen

Ältestes ausgestelltes Stück ist eine Marmorikone, datiert auf das Jahr 681, noch vor der Gründung des bulgarischen Staates. Weiterhin wird eine seltene Reliefikone der beiden Heiligen Georg und Demetrios aus dem 14./15. Jahrhundert in Frankfurt gezeigt.

Byzantinisch beeinflusste Ikonen aus dem Schwarzmeerraum beeindrucken durch hohe künstlerische Fertigkeit. Meist müssen die Bilder dabei von Betrachtern entschlüsselt werden, denn es kann durchaus einen Unterschied machen, ob die Madonna ihr Kind anblickt oder nicht. Auch die Haltung der Hände kann interpretiert werden. Die Farbe hat eine besonders wichtige Bedeutung: Rot steht für das Irdische, das Blut der Märtyrer und das Feuer, während Blau das Geistige repräsentiert.

 

Die Vielfalt der Ikonen und deren meisterhafte Anfertigung spiegeln Bulgariens bewegte Geschichte sowie seine west-östliche Lage wider. Auch die jahrhundertealte Verehrung Konstantins des Großen zeigt sich in zahlreichen Ikonen. Eine besondere Form der Huldigung ist die der Feuertänzer: Eine Videoinstallation zeigt wie diese mit einer Ikone des Heiligen Konstantins über glühende Kohlen laufen. Die Kirche sieht diesen Kult nicht gern. Vesselina Ilieva, eine Feuergeherin, wird das Ritual am 26. April in Frankfurt zeigen.

 


 

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