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Bulgarische Krankenschwestern entkommen der Todesstrafe

Die Todesstrafe der fünf bulgarischen Krankenschwestern und einem palästinensischen Arzt wurde gestern in Tripolis in lebenslange Haft umgewandelt.

Der oberste libysche Justizrat entschied die Umwandlung von einer Todesstrafe in eine lebenslange Haftstrafe in letzter Instanz und vernichtete damit die Hoffnung auf eine Begnadigung der fünf Krankenschwestern und des Arztes.

Den fünf Krankenschwestern Nasja Nenowa, Walja Tscherwenjaschka, Walentina Siropulo, Kristijana Waltschewa und Sneschana Dimitrowa wird vorgeworfen 438 Kinder in dem Kinderkrankenhaus der libyschen Stadt Benghazi vorsätzlich durch mitunter verunreinigte Blutkonserven mit dem HI-Virus infiziert zu haben, wofür die fünf Frauen und der Arzt im Jahre 2004 zum Tode verurteilt wurden.

Eine erneute Verhandlung im Jahre 2006 kam zum selben Urteil.

Die plötzliche Wandlung im Fall der sechs Bulgaren ist auf mehrere Ursachen zurückzuführen. Zum einen haben die Angehörigen der infizierten Kinder kurz vor der Verhandlung, nach einer ersten Entschädigungssumme, auf die Durchführung der Todesstrafe verzichtet. Für jedes infizierte Kind einigte man sich auf eine Entschädigung von einer Million Dollar, die teils aus einem eingerichteten Fond und als Schuldenerlass der Regierung finanziert werden, um die Behandlungskosten der Kinder zu decken. Des Weiteren wird das enorme politische Engagement des Sohnes von Muammar al-Gaddafi, Seif al-Salam, den Druck auf die libysche Regierung erhöht haben und letztlich haben Aids Experten, darunter der Entdecker des HI-Virus Luc Montagnier, immer wieder ausgesagt und bestätigt dass die Kinder schon vor der Ankunft der Bulgaren infiziert waren.

Ein 1984 geschlossenes Auslieferungsabkommen zwischen Bulgarien und Libyen macht es theoretisch möglich, dass die fünf Krankenschwestern und der Arzt ihre Strafe nach neun Jahren in einem libyschen Gefängnis nun in Bulgarien vollziehen, allerdings erst nachdem zwei weitere Verfahren gegen sie eingestellt werden.

Die bulgarische Regierung in Sofia strengt nun eine sehr schnelle Auslieferung der sechs Bulgaren an.


 

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