Bulgarische Lehrer streiken für doppeltes Gehalt
Sofia- Seit dem 24. September streikt die Mehrheit der bulgarischen Lehrerschaft für eine Erhöhung ihres Gehaltes und einer Verbesserung des gesamten Bildungswesens.
Die in den bisher unbefristeten Streik getretenen Lehrer fordern mindestens eine Verdopplung ihrer Gehälter von rund 170 Euro die sie bisher verdienen auf mindestens 340 Euro monatlich, um überhaupt ihre Lebenshaltungskosten decken zu können ohne nebenbei arbeiten zu müssen. Bei dem bisherigen Monatsgehalt ist Bulgarien beinahe Schlusslicht in Europa, die Löhne liegen weit unter dem deutschen Standard.
Des Weiteren fordern die Lehrer die Regierung auf, höhere Investitionen in das Bildungssystem zu tätigen und neue Schulen zu bauen sowie zu renovieren und diese besser auszustatten. Konkret werden rund 5 Prozent des Bruttoinlandprodukts für das Bildungssystem gefordert.
Eine schwerwiegende Konsequenz der Niedriglöhne ist die steigende Ablehnung junger Leute den Beruf des Lehrers zu ergreifen, kaum ein junger bulgarischer Bürger hat in den letzten fünf Jahren den Beruf gelernt.
Mehrfach hat die Gewerkschaft den Bildungsminister Daniel Waltschew zu Verhandlungen aufgefordert, bisher erhielt die Lehrerschaft jedoch nur wage Antworten.
Solange der Bildungsminister schweigt werden die Lehrer streiken und das mit steigender Beachtung, denn die durch die Streikenden aufgestellten Straßenblockaden und Demonstrationen zeigen vor allem in Sofia den gewünschten Effekt, wo prompt der gesamte Innenstadtverkehr lahm gelegt wurde.
Die Verhandlungen mit dem Bildungsminister Daniel Waltschew werden in Bulgarien mit Spannung erwartet.

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