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Diskussion um Atomenergie

Abschalten oder Laufzeit verlängern: In der Europäischen Union (EU) produzieren etwa 144 Kernkraftwerke jede dritte Kilowattstunde. Welchen Anteil hat die Atomenergie derzeit an der Stromversorgung in Bulgarien?

Das starke Erdbeben und der darauffolgende Tsunami in Japan am vergangenen Freitag hatten bisher mehrere Explosionen in japanischen Atomkraftwerken zur Folge. Welches Ausmaß die Katastrophe noch annehmen wird, bleibt derzeit weiterhin ungewiss. Die Diskussion über die Nutzung nuklearer Energie wurde indes erneut entfacht.

Vor der Katastrophe hatten etwa elf europäische Länder signalisiert, dass sie bereit wären, neue Reaktoren zu bauen. Neben Frankreich, Großbritannien, Italien, Litauen, Polen, Schweden, Finnland, Rumänien, der Tschechischen Republik und den Niederlanden, gehört auch Bulgarien dazu. Derzeit liegt der Anteil der Atomenergie an der Stromversorgung in Bulgarien bei knapp 33 Prozent.

Zum Vergleich: In Frankreich beträgt er etwa 75 Prozent, in Deutschland etwa 26 Prozent und in den USA etwa 20 Prozent.

Kosloduj teilweise auf „Standby“

Vor Bulgariens Beitritt zur EU im Jahr 2007 schaltete das Land am Standort Kosloduj, rund 200 Kilometer nördlich der Hauptstadt Sofia, vier von sechs Raktoren ab – die anderen beiden befinden sich in einer Art Standby-Modus, das bedeutet, dass sie kurzfristig wieder ans Netz gehen könnten.

Außerdem hat das Land ein zweites Atomkraftwerk auf der Donauinsel Belene geplant, dessen 1984 begonnener Bau jedoch abgebrochen wurde, da bisher ein neuer Investor fehlt. Es soll nach russischer Bauart aber mit westlicher Steuerungstechnik realisiert werden.

Die Umsetzung dieses Atomkraftwerkes bleibt allerdings gerade nach den Ereignissen in Japan umstritten, da Belene in einem erdbebengefährdeten Gebiet in Nordbulgarien liegt.


 

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