Ergebnisse der Europawahlen in Bulgarien
Die Europawahlen in Bulgarien sorgten kaum für Überraschungen: Wie fast alle Europäer haben auch die Bulgaren ihre nationale Regierung abgestraft.
So kamen die regierenden Sozialisten der BSP lediglich auf 18,5 Prozent. Gewinner der Wahlen ist die konservative Partei GERB („Bürger für eine europäische Entwicklung Bulgariens“): Die Partei des Bürgermeisters von Sofia, Bojko Borissow, kam auf etwa 25 Prozent.
Unter den 17 Abgeordneten für das EU-Parlament werden auch Mitglieder der EU-feindlichen Ataka Partei sein, die auf 12 Prozent kam, sowie Vertreter der Partei der türkischen Minderheit (DPS), die 14 Prozent erreichte. Die Partei des ehemaligen bulgarischen Zaren Simeon II. erreichte 8 Prozent, die wohl zum größten Teil der populären EU-Kommissarin Meglena Kunewa zu verdanken sind.
Berichte über Stimmenkauf
Die Wahlen wurden jedoch erneut von Berichten über Stimmenkauf überschattet. Dutzende Fälle von Stimmenkäufen meldeten die regionalen Wahlkommissionen. Eine Stimme soll dabei 40 Lewa, etwa 20 Euro, wert gewesen sein. Experten des Zentrums für Demokratie-Forschung in Bulgarien hatten bereits im Vorfeld errechnet, dass die Parteien etwa 6 Millionen Euro aus schwarzen Kassen für den Kauf von Stimmen bereithalten.
Die Wahlbeteiligung lag bei etwa 38 Prozent, höher als erwartet und immerhin zehn Prozent mehr als bei den vorherigen Europawahlen 2004. Auch damals hatte GERB die meisten Stimmen holen können.
Die Europawahl gilt in Bulgarien als Stimmungstest für die nationalen Parlamentswahlen am 5. Juli.

RSS Feed abonnieren