EU-Beitritt Bulgariens
Seit dem 1. Januar 2007 sind Bulgarien sowie Rumänien Mitglieder der Europäischen Union. Somit umfasst die EU nun 27 Länder und reicht vom Atlantik bis zum Schwarzen Meer.
Die Öffnung der Grenzen zu den Nachbarländern Griechenland und Rumänien wurde in Bulgarien in der Silvesternacht zum Straßenfest.
„Ein Traum von Millionen Bulgaren ging in Erfüllung“, freute sich Regierungschef Sergej Stanischew auf einer Party in Sofia. Bulgariens Beitritt sei ein Meilenstein in der Geschichte und bedeute die Rückkehr zu einer Familie, zu der man sich immer zugehörig gefühlt hätte. „Wir sind daheim!“ titelte die bulgarische Zeitung „Trud“ in einer Sonderausgabe am Montag.
Ursprünglich sollten sowohl Bulgarien als auch Rumänien zusammen mit den anderen osteuropäischen Staaten am 1. Mai 2004 der EU beitreten. Jedoch gab es in Brüssel Bedenken, dass die milliardenschweren Fördergeldern, die beide Länder nach dem Beitritt erhalten sollen, im Korruptionssumpf versickern könnten. In den kommenden sieben Jahren sind für Bulgarien und Rumänien insgesamt 44 Milliarden Euro eingeplant. Daher müssen beide Regierungen nun jährlich Rechenschaft über das Erreichte ablegen.
Obwohl mit dem Beitritt der beiden Staaten die Zahl der EU-Bürger um 30 Millionen auf 490 Millionen gestiegen ist, hat dies zunächst kaum Auswirkungen auf die Wirtschaftsleistung der Gemeinschaft. Denn auch wenn die Wirtschaft in beiden Ländern rasant wächst, beträgt das Pro-Kopf-Einkommen nur ein Drittel des EU-Durchschnitts.
Befürchtungen bezüglich des Zugangs zum deutschen Arbeitsmarkt, hatte Bayerns Ministerpräsident Stoiber nach der Unterzeichnung der Beitrittsverträge 2005 geäußert. Diese setzen allerdings bereits hohe Hürden, so erhalten Arbeitnehmer aus beiden Ländern erst nach sieben Jahren freien Zugang zum europäischen Arbeitsmarkt.
Ohnehin gelten zunächst so viele Übergangsregelungen, dass die Liste der Beschränkungen in der 50jährigen Geschichte der EU beispiellos ist. Beide Staaten dürfen etwa kein Schweinefleisch in die EU ausführen, weil dort immer noch die Schweinepest grassiert. Weitere Bedingung für den EU-Beitritt war die Abschaltung zweier Reaktoren, die unmittelbar vor dem Beitritt in der Silvesternacht erfüllt wurde. Die dort Beschäftigten hatten jedoch den Eindruck, sie seien „für die EU geopfert“ worden.
Aber auch für Touristen haben die Übergangsregelungen Auswirkungen. Deutsche Urlauber sollten laut ADAC weiterhin ihren Personalausweis bei der Einreise griffbereit haben, da Bulgarien noch nicht Mitglied im Schengener Abkommen ist. Kinder unter 16 Jahren benötigen einen Kinderausweis. Auch Bulgaren, die aus dem Land ausreisen wollen, müssen weiterhin mit Passkontrollen an der Grenze rechnen. Wann Bulgarien Teil des Schengen-Raums sein wird und somit Grenzkontrollen entfallen werden, ist noch unbestimmt. Für den Zoll gibt es bei Tabakwaren eine besondere Übergangsregelung, so dürfen höchstens 200 Zigaretten aus Bulgarien nach Deutschland mitgenommen werden. Was sich alles geändert hat können Sie auf der Internetseite des deutschen Zoll nachlesen.
Weiterhin sollten deutsche Reisende daran denken, Geld vor ihrem Urlaub umzutauschen, denn zur europäischen Währungsunion gehört Bulgarien nicht. Wer mit dem Auto fahren will, benötigt einen deutschen Führerschein und sollte außerdem nach Empfehlung des ADACs eine Grüne Versicherungskarte dabei haben.

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