Gerichtsmediziner und Kabinettschef tot aufgefunden
Sofia – Am vergangenen Freitag fand man die Leiche des bekannten bulgarischen Gerichtsmediziners Stoitscho Radanov auf einem Spielplatz erhangen vor.
Stunden später fand man ebenfalls die Leiche des Kabinettschefs der türkischen Partei (DPS), Ahmed Emin, erschossen in dem Sofioter Vorort Boyana in dem sein Vorgesetzter Ahmed Dogan residiert.
Die bulgarische Polizei trat kurz nach den tragischen Funden an die Öffentlichkeit und verkündete, dass es sich bei den Todesfällen um Selbstmorde handelt. Die Ehefrau des verstorbenen Gerichtsmediziners Stoitscho Radanov hat allerdings größte Zweifel an der Glaubwürdigkeit dieser ihrer Meinung nach unplausiblen Erklärung.
Ebenso wenig plausibel erscheint die Selbstmord-Theorie den Angehörigen des verstorbenen Ahmed Emin. Emin hat drei kleine Kinder und ist bekennender und gläubiger Muslim, so sein Vater.
Aktuelle Todesfälle in Bulgarien politisch motiviert?
Ahmed Emin arbeitete seit 2001 für Ahmed Dogan und die Partei der Bewegung für Rechte und Freiheiten (DPS) die seit 1990 besteht und in der Vergangenheit immer häufiger für Skandale gesorgt hat.
So wurde vor nicht allzu langer Zeit eine Prüfung der finanziellen Verhältnisse des Parteivorsitzenden Dogan veranlasst, nachdem man herausfand das Dogan neben den zwei angegebenen Residenzen noch eine weitere Luxusvilla besitzt. Nicht weniger skandalös war das öffentliche Bekenntnis Dogans‚ seine Partei sei von einem Schirm aus Firmen’ umgeben und äußerte sich fragwürdig über den Kauf von Wählerstimmen.
Emin selbst geriet in große Bedrängnis als eine Tageszeitung vor zwei Jahren ein Schriftstück publizierte in dem Emin der rechten Partei „Ataka“ eine finanzielle Unterstützung von 800.000 Euro zusagte.
Als engster Vertrauter Dogans hätte sich Emin im Falle einer Anklage gegen Dogan als wertvoller Informant und Zeuge darstellen können, so Insider.

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