Libyscher Rebell übernimmt Botschaft
Aufruhr in Sofia: Um seiner Ausweisung zu entgehen, hat ein ehemaliger Gaddafi-Anhänger einen lokalen „Putsch“ in der bulgarischen Hauptstadt verübt.
Der Diplomat und ehemalige Gaddafi-Anhänger Ibrahim al-Furis soll am Montag auf dem Dach der libyschen Botschaft in der bulgarischen Hauptstadt Sofia die Fahne der libyschen Rebellen gehisst haben. Berichten der Nachrichtenagentur Novinite zufolge erklärte das bulgarische Außenministerium ihn daraufhin zur Persona non grata.
Innerhalb von 24 Stunden sollte al-Furis Bulgarien verlassen. Dieser erklärte jedoch, dass er nicht aus Bulgarien ausreisen werde, da sein Sohn in einem Krankenhaus vor Ort behandelt werde.
Weiterhin hofft al-Furis, innerhalb von zwei Wochen zum offiziellen Vertreter des Nationalen Übergangsrates in Sofia ernannt zu werden und so seiner Ausweisung zu entgehen.
Der Hintergrund
Der ehemalige Konsul al-Furis soll etwa 200 in Sofia lebende Libyer seit längerem unter Druck gesetzt haben, damit sie im Gaddafi-Lager blieben. Wegen dieser Aktivitäten hatte das Ministerium ihn bereits diskret aufgefordert das Land zu verlassen. Am Dienstag lief das gestellte Ultimatum ab. Doch statt auszureisen, verschanzte sich al-Furis in der Botschaft am Andrej-Sacharow-Boulevard in Sofia.

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