Neue Pipeline vom Schwarzen Meer zur Ägäis
Am vergangenen Donnerstag gab Russland gemeinsam mit Bulgarien und Griechenland den Startschuss für eine neue Ölpipeline. Sie soll vom bulgarischen Hafen Burgas am Schwarzen Meer über 280 km bis nach Alexandroupolis an der nödrlichen Agäis verlaufen.
Mit der neuen Energie-Ader soll der überlastete Bosporus umgangen und die Ölversorgung des westlichen Europas erleichtert werden. Weiterer Effekt: Putins Macht wird durch die neue Pipeline zusätzlich gestärkt.
Welche Bedeutung das Projekt für Russland hat, wird auch dadurch deutlich, dass Russlands Präsident Wladimir Putin persönlich bei der Unterzeichnung des Vertrages letzte Woche Donnerstag in Griechenland anwesend war.
Das Konsortium, welches die Pipeline bauen und betreiben wird, ist zu 51 Prozent in den Händen russischer Staatsfirmen, bulgarische und griechische Unternehmen haben die bleibenden 49 Prozent inne. Russland hat also die Kontrolle über die Pipeline und sich damit eine weitere exklusive Transportroute für die Energie-Exporte nach Westeuropa gesichert.
Dies war zuvor in mehr als zehnjähriger Verhandlung ausgearbeitet wurden. Ursprünglich bestanden Bulgarien und Griechenland darauf, zu je einem Drittel an der Pipelinegesellschaft beteiligt zu sein, musste dann den Forderungen Moskaus doch nachgeben, sonst wäre das Projekt gescheitert.
Schon 2010 könnte das erste Rohöl vom russischen Schwarzmeerhafen Noworossijsk nach Burgas verschifft werden, Anfang 2008 soll mit dem Bau begonnen werden. Von Burgas aus soll das Öl dann in die Pipeline eingespeist werden und angekommen in Alexandrouplis wiederum per Schiff zu den Raffinerien im Mittelmeerraum transportiert werden.
Bisher war der größte Teil der russischen Erdölexporte über See durch den Bosporus und die Dardanellen transportiert worden. Allerdings ist dieser Weg chronisch überbelastet, denn die Öltransporte durch die Meerenge haben sich seit 1996 von 70 Millionen auf nahezu 150 Millionen Tonnen erhöht. Tankerkapitäne müssen oft tage- oder sogar wochenlang auf die Durchfahrt warten, da große Tanker den Bosporus nur bei Tageslicht, ruhiger See und guter Sicht durchschiffen dürfen. Experten schätzen, dass dadurch jedes Jahr ein Schaden von rund einer Milliarde Dollar entsteht.

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