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Ostern in Bulgarien ist Ostern mal anders

Bald ist es wieder so weit, Ostern steht vor der Tür. An Karfreitag gedenken wir der Kreuzigung Jesu, Karsamstag wird die Grabesruhe gehalten und Ostersonntag feiern wir die Auferstehung Jesu, das größte christliche Ereignis.

Zu den uns geläufigen Osterbräuchen zählen das Bemalen und Verstecken von Ostereiern, sowie der Osterhase und das Osterlamm.

Aber wie steht es mit den Osterbräuchen in anderen Ländern? In Bulgarien unterscheidet sich Ostern von den uns geläufigen Bräuchen in der Hinsicht, dass sie wesentlich mystischer und traditioneller sind.

 

An erster Stelle ist für die christlich-orthodoxen Bulgaren die Auferstehung Jesu und nicht seine Geburt (Weihnachten) der höchste Feiertag. Die Festlichkeiten beginnen in Bulgarien eine Woche vor Ostern, die heilige Woche, mit dem Lazarustag, der der Auferstehung des heiligen Lazarus gewidmet ist. An diesem Tag schmücken sich unverheiratete Mädchen mit Kränzen aus Weidezweigen und nur sie dürfen die lebensfrohen „Blumenlieder“ singen. An Palmsonntag feiert man in Bulgarien die „Zvetniza“ was soviel wie Blume bedeutet und ist allen Frauen gewidmet die einen Blumennamen haben, wie Rosa oder Violeta. Nach dem Gottesdienst an Palmsonntag werfen die Mädchen ihre Kränze in den Fluss und der Sage nach heiratet das Mädchen, dessen Kranz als schnellster schwimmt, noch in demselben Jahr.

 

An Gründonnerstag der fünfte Tag der Karwoche herrscht ein strenges Arbeitsverbot und ist für das rituelle Eierfärben vorgesehen. Das erste gefärbte Ei muss von der Familienältesten immer rot gefärbt werden, als Symbol für das Blut Christi. Ebenso verpflichtend ist, dass das Ei von einem schwarzen Huhn stammt und das Wasser in dem es gefärbt wird muss von einer Jungfrau am Vortag aus drei verschiedenen Wasserquellen geholt werden. Dass Mädchen darf während der Wasserbeschaffung nicht sprechen. Mit diesen heiligen Eiern wird den Kindern die Stirn eingerieben um ihnen so Gesundheit zu schenken.

An Ostersonntag, in Bulgarien „Welkiden“ was Großer Tag bedeutet, stoßen die Bulgaren die Donnerstag gefärbten Eier gegeneinander und derjenige, dessen Ei nicht beschädigt wird, bleibt der Sage nach dass ganze Jahr gesund. Ebenso ist es üblich sich nach der Prozession mit den Worten „Er ist wahrhaftig auferstanden“ zu begrüßen.

 

Ostern ist in Bulgarien von jahrhunderte alten mystischen Bräuchen und Traditionen geprägt was sich vor allem auch in den Frühlingsfesten in der Woche vor Ostern manifestiert. Alles in allem ist es ein Spektakel, das man gesehen haben sollte.


 

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