Perperikon weiterhin Fundgrube für Archäologen
Der sich dem Ende zuneigende Ausgrabungssommer in Bulgarien ergab erneut spannende Funde.
Besonders das berühmte Bergheiligtum Perperikon im Gebiet der Ostrhodopen erwies sich als wahre Schatzkammer für Archäologen.
Perperikon liegt etwa 15 Kilometer von der südbulgarischen Stadt Kardschali entfernt im Osten des Rhodopengebirges. Man hat hier Spuren menschlicher Frühkultur bis auf 6000 vor Christus zurückdatiert. Damals war Perperikon ein Felsheiligtum.
Später wurde der Ort für etwa 3000 Jahre von den Thrakern bewohnt. Ihre Hochkultur wurde von Römern, Goten, Byzantinern und Bulgaren abgelöst. Die beeindruckende Felsanlage umfasst Paläste, eine Kirche, Tempel sowie Festungsbauten.
Der Leiter des bulgarischen Ausgrabungsteam, Prof. Nikolaj Owcharow berichtet, man habe im August Hinweise von Anwohnern auf Spuren einer antiken Straße erhalten. Tatsächlich fand man gut erhaltene Spuren einer Römerstraße, die von Perperikon zur Via Egnatia führte. Die Via Egnatia verband seit dem zweiten Jahrhundert n.C. die Adriaküste mit dem Bosporus. Zu dem Fund sagt Prof. Owcharow:
"Dieser fünf Kilometer lange solide ausgeführte (Straßen-)Abschnitt deutet auf die damalige Bedeutung von Perperikon hin. Auf der Strecke entdeckten wir auch eine römische Schmiede, in der es Münzen aus dem Ende des 4. und Anfang des 5. Jahrhunderts, der Zeit, in der Perperikon eine Blüte erlebte, gab. Bei den Ausgrabungsarbeiten kam unerwartet das erste Schriftdenkmal ans Tageslicht. Dem folgten zwei weitere, alle aus verschiedenen Epochen."
Im Perperikon fanden die Archäologen Grabinschriften in lateinischer Sprache. Sie ließen sich teils auf das vierte nachchristliche Jahrhundert zurückdatieren. Teils waren sie aber auch erst drei- bis vierhundert Jahre alt. Außerdem stieß man auf ein wertvolles Bleisiegel.
Funde aus Perperikon sind im historischen Museum in Kardschali ausgestellt. Für Besucher ist der Ort selbst vom Frühjahr bis in den Oktober geöffnet.

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