Suche nach bulgarischen Wurzeln
Vorfahren aus Asien? Bulgarische Forscher begeben sich auf die Spurensuche nach den Wurzeln ihres Volkes. Dabei folgen sie sowohl Hinweisen in Mittel- und Osteuropa als auch in Vorder- und Zentralasien.
Die Bulgaren sind in ihrer Großzahl direkte Nachfolger der Thraker und der mit ihnen verwandten Urbulgaren indoeuropäischer Abstammung. Diese von bulgarischen Gelehrten bereits Anfang des 20. Jahrhunderts geäußerte Vermutung bestätigte nun eine jüngst europaweit durchgeführte genetische Untersuchung von männlichen Y-Chromosomen.
Ein interessantes Ergebnis, das bulgarische Wissenschaftler zum Anlass nahmen, um sich auf die Spurensuche nach der Urheimat der Indoeuropäer zu begeben. Die Hinweise führen sie dabei in den Iran, nach Afghanistan und sogar bis nach Vorder- und Zentralasien.
Expedition ins Ahnenreich
Erste Ähnlichkeiten konnten die Wissenschaftler bereits feststellen: So befindet sich in Afghanistan etwa ein Felsenrelief mit der Darstellung eines Reiters, der stark an das Reiterrelief bei Schumen in Ostbulgarien erinnert.
Ein weiteres Indiz: Über 800 Worte finden sich sowohl in der persischen als auch in der bulgarischen Sprache. Außerdem sehen Folkloristen zwischen Bulgaren und Asiaten Übereinstimmungen bei Bräuchen, religiösen Vorstellungen sowie kulturellen Traditionen.
Um diese Beweise wissenschaftlich zu stützen, entnahmen die Expeditionsteilnehmer bereits Genproben vor Ort und ließen sie in Sofioter Labors analysieren. Das Ergebnis: Sie verweisen eindeutig auf eine Verwandtschaft. Doch die muss erst noch mit genetischen Untersuchungen in Zentralasien, im Iran sowie in Afghanistan wissenschaftlich untermauert werden.
Im weiteren Verlauf ihrer Expedition werden die Wissenschaftler unter anderem einen Monat lang Beweise für die Herkunft der Urbulgaren in den Bibliotheken und Archiven des Iran zusammentragen.

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