Windkraft setzt sich in Bulgarien durch
Die weltweite Tendenz zur Erschließung erneuerbarer Energiequellen setzt sich auch in Bulgarien durch: Immer mehr Windparks entstehen.
Optimistische Prognosen
Vor allem an der nördlichen Schwarzmeerküste werden zunehmend Windkraftanlagen zur Gewinnung alternativer Energien geplant. Bisher werden in Bulgarien bereits 20 Millionen Euro in Windparks investiert. Bis zum Jahr 2020 soll sich diese Summe auf etwa 500 Millionen Euro erhöhen.
Bisher beläuft sich die aus Wind gewonnene Energie, die bereits in Stromnetz eingespeist wird, auf 105 Megawatt. Doch auch diese Zahl soll laut Experten bis 2010 auf 500 Megawatt steigen.
Derzeitige Mängel im Energiesektor
In der Gegenwart sieht es auf dem Energiesektor jedoch längst nicht alles so positiv aus. So bemängelt etwa Georgi Tontschew von der Stiftung Ökowatt das marode Stromverteilungsnetz, bei dem bis zu 30 Prozent verloren gingen: „Das bedeutet, dass einer der zwei 1000-Megawatt-Reaktoren im Atomkraftwerk Kosloduj ein ganzes Jahr arbeitet, um die Verluste abzudecken“, so Tontschew.
Zudem habe Bulgarien keine Möglichkeit Atommüll endzulagern und auch keine eigene Atom-Technologie, so müsse alles teuer importiert werden. Allein um unabhängiger von Gazpron und deren Monopolpreisen zu sein, lohne sich der Ausbau des Windkraftsektors.
Auch die EU zwingt Bulgarien zum Handeln: Nach EU-Richtlinien müssen bis 2020 mindestens 20 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen werden. Da Bulgarien zurzeit gerade einmal auf 0,1 Prozent kommt, muss es diesen Sektor dringend weiter ausbauen. Andernfalls muss das Land ab 2020 Strom importieren.

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