Zwei Explosionen in Sofia
Politische Provokation? Im Zentrum der bulgarischen Hauptstadt, vor den Büros zweier Oppositionsparteien sind am Dienstagmorgen zwei Sprengsätze detoniert. Verletzt wurde jedoch niemand.
In Sofia, direkt vor den Zentralen zweier bulgarischer Oppositionsparteien, sind am Dienstagmorgen zwei kleinere Bomben explodiert. Von der Detonation betroffen sind, laut Angaben der örtlichen Polizei, die Zentrale der konservativ-populistischen Partei „Ordnung, Gesetzestreue und Gerechtigkeit (RZS)“ sowie das Büro der christdemokratischen Partei „Demokraten für ein starkes Bulgarien (DSB)“.
Menschen wurden dabei jedoch nicht verletzt. Das lag vor allem daran, dass die Täter die Bomben gegen vier Uhr morgens gezündet hatten – also zu einer Zeit, zu der nur wenige Menschen unterwegs sind. „Wir gehen davon aus, dass es sich bei der Aktion um eine Provokation handelt“, sagte Sicherheitsexperte Iwan Bojadschijew nach den Explosionen.
Die Vertreter der Parteien teilen die Ansicht Bojadschijews. Sie hatten in der letzten Woche verkündet, dass sie ein Misstrauensvotum gegen die Minderheitsregierung von Ministerpräsident Bojko Borissow unterstützen würden. Die Abstimmung ist für diese Woche vorgesehen.
Nächste Wahlen im Oktober
Borissow selbst bezweifelt jedoch, dass die Explosionen den beiden Parteien gegolten haben. Er sieht die Aktion eher als einen Angriff auf Regierung, Staat und Volk. Denn: Beide Sprengsätze detonierten nur wenige Stunden bevor ein EU-Bericht über Bulgariens Fortschritt im Kampf gegen organisierte Kriminalität und Korruption veröffentlicht werden sollte.
Im Oktober finden in Bulgarien neue Präsidentschafts- und Gemeinderatswahlen statt.

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