Bulgarien geht rechtlich gegen Tierquälerei vor

Ein Herz für Tiere: Jeder, der ein Tier quält oder tötet, muss in Bulgarien ab sofort mit einer Haftstrafe von bis zu drei Jahren rechnen.

Das Bulgarische Parlament hat eine Änderung des Strafgesetzbuches beschlossen, nach der der Tatbestand der Tierquälerei wie in Deutschland (§ 17 Tierschutzgesetz) mit einer Höchststrafe von bis zu drei Jahren Haft geahndet werden kann. Bisher konnte jeder der ein Tier gequält oder getötet hat mit einer Bewährungsstrafe davon kommen.

„Mit dieser Entscheidung unternimmt Bulgarien einen wichtigen Schritt in Richtung des europäischen Wertekatalogs“, kommentierte Johanna Stadler, Geschäftsführerin der internationalen Tierschutzorganisation Vier Pfoten, den Beschluss und ergänzte: „Bulgarien war bisher der einzige EU-Staat, der Gewalt gegen Tiere rechtlich nicht als Verbrechen behandelt hat, obwohl die Gesellschaft es auch dort nicht tolerierte.“

Schwere Mißhandlung von Hunden

Die Entscheidung fiel nach schweren Protesten im In- und Ausland, die durch das Bekanntwerden mehrerer Fälle von Tierquälerei ins Rollen gekommen waren. In einem Fall hatte beispielsweise der Täter einer Hündin ihre vier Pfoten abgetrennt. Weiterhin hatte ein TV-Sender Anfang 2011 einen Hundekampfring aufgedeckt.

Ein Wehrmutstropfen: Trotz des Gesetzes wird es wahrscheinlich im Bereich der institutionalisierten Tierquälerei weiter zu Tiertötungen kommen. So wird beispielsweise nicht erwartet, dass sich die Bedingungen in der Nutztierhaltung oder in Versuchslaboren ändern. Auch in welchem Umfang der Vollzug des neuen Gesetzes durchgeführt werden wird, bleibt abzuwarten.

Der Parlamentsentschluss in Bulgarien kann allerdings im Gegensatz zu den vorherrschenden Bestimmungen bezüglich der Tierquälerei im Nachbarland Rumänien als fortschrittlich bezeichnet werden. Dort steht noch eine Entscheidung des Parlaments über die aktive Tötung von Streunerhunden aus.


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