Politiker zum Fußballer des Jahres gewählt

Protest auf Bulgarisch: Die Fußballfans des Landes haben den Ministerpräsidenten zum Fußballer des Jahres gewählt und damit ihre Kicker auf besondere Art abgestraft.

Der bulgarische „Fußballer des Jahres“ steht fest. Doch die Kicker-Fans wählten nicht etwa Dimitar Berbatow, den derzeit bekanntesten Fußballer des Landes, sondern sie entschieden sich für den bulgarischen Premier Bojko Borissow.

Der 52-jährige gelernte Bodyguard war zwar mal Nationaltrainer der Karateka, spielt aber heute nur noch gelegentlich bei seinem Heimatverein – dem Drittligaklub Witoscha Bistritsa. Trotzdem erhielt er bei der Internetwahl 44 Stimmen und verbannte Berbatow damit auf den zweiten Platz. Der Hintergrund: das schlechte Spiel der Landeskicker.

Bulgarien scheiterte mit seinem damaligen Nationaltrainer Lothar Matthäus bei der EM-Qualifikation. Außerdem schaffte kein Verein aus Bulgarien die Qualifikation für die Gruppenphase der Champions oder Europa League.

Diplomatische Lösung

Borissow verweigerte indes den neuen Titel als „Fußballer des Jahres“ und sprach selbst von einem „Protestvotum“. Außerdem gab er zu, dass der bulgarische Fußball dringend Reformen benötige.

 

Bezüglich der Titelvergabe schlug er den Organisatoren diplomatisch vor, die aktuelle Abstimmung zu annullieren und den Titel stattdessen an den besten Nachwuchsspieler zu verleihen.


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