Schnee und Kälte lähmen Bulgarien

Bulgarien versank zu Jahresbeginn im Schneechaos. Heftige Schneefälle und Temperaturen, die zeitweise auf minus 31 Grad sanken, brachten das Land zum Erliegen.

Besonders betroffen ist der Nordosten Bulgariens. In Dobritsch, dem Gebiet um Ruse und neun kleineren Städten im Nordosten Bulgariens wurde der Notstand ausgerufen. Dutzende Orte waren von der Strom- und Wasserversorgung abgeschnitten. Soldaten brachten Brot in die abgeschnittenen Regionen. Zudem konnten in Sofia viele Wohnungen nicht genügend beheizt werden, da die Zentralheizungen aufgrund von Heizöl-Knappheit gedrosselt wurden.

 

Insgesamt hat der Wintereinbruch in Bulgarien mindestens acht Menschenleben gefordert. Ein 33-jähriger Nierenpatient starb im Krankenwagen auf dem Weg in das Krankenhaus der Stadt Ruse, da dieser aufgrund des Wetters nicht vorankam. Ein 65-jähriger Mann und eine 82-jährige Frau erfroren. Eine weitere Frau wird seit mehreren Tagen vermisst.

 

Auch der Verkehr kam in weiten Teilen Bulgariens vollständig zum Erliegen. So musste die Autobahn von Sofia nach Burgas an einigen Stellen gesperrt werden, ein Zug blieb durch Schneeverwehungen stecken. Bei der östlichen Stadt Generel Toschewo steckten zehn Lastwagen aus der Türkei und Moldawien fest. Der Flughafen in Warna nahm vergangen Sonntag den Betrieb wieder auf, nachdem mehrere Tage alles still lag.

 

Die Lage sei durch unzureichende Koordination und mangelhaften Informationsaustausch zusätzlich verschlimmert worden, so der Staatspräsident Georgi Parwanow. Sofias Bürgermeister Bojko Borissowmach machte die Dienste für das Verkehrschaos verantwortlich, die mit der Räumung des Schnees beauftragt gewesen seien. Besonders kleinere Straßen konnten in Sofia zeitweise kaum befahren werden.


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