Zweites Atomkraftwerk für Bulgarien?

Die Zeit wird knapp: Wird das Atomkraftwerk in Belene gebaut, oder scheitert das Projekt Ende März endgültig? Genau dann läuft nämlich der Vertrag mit dem russischen Exporteur von Atomtechnologie aus, der den Bau voranbringen sollte.

Etwa drei Kilometer von Belene und elf Kilometer von der Stadt Schwischtow entfernt soll es einmal stehen: Bulgariens zweites Atomkraftwerk. Wann und ob es einmal soweit sein wird, bleibt jedoch unklar. Schließlich liegt der Baubeginn mittlerweile mehr als 25 Jahre zurück.

Geldmangel und Bürgerproteste sorgten damals dafür, dass sich die Fertigstellung des Werkes immer weiter verzögerte. 2006 beauftragten die Bulgaren das russische Unternehmen Atomstroiexport damit, den Bau fertig zu stellen. Das ist bisher jedoch nicht geschehen. Und Ende März läuft der Vertrag mit der Firma bereits aus.

Das Problem: Die Entscheidung, ob das Werk nun gebaut werden soll oder nicht, steht immer noch aus. Auch die Möglichkeit, den bereits bestellten Reaktor ins bestehende bulgarische Kraftwerk in Kozloduj einzubauen, wurde in Betracht gezogen.

Kursänderung in Sicht?

Eine letzte Maßnahme von Ministerpräsident Bojko Borissow steht noch aus. Worin sie besteht oder was sie bringen soll, ist jedoch noch unklar. Beobachter vermuten, dass sie mit der Entlassung seines Wirtschafts- und Energieministers zusammenhängen könnte.

Trajtscho Trajkow hatte nämlich in der vergangenen Woche seinen Posten räumen müssen. Gerade der Minister, der für seinen harten Kurs gegenüber den russischen Energie- und Technologielieferanten bekannt war. Damit hätte Borissow vermutlich genügend Freiraum, um das Ruder in Belene herumzureißen.


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