Bulgarien unter osmanischer Herrschaft (1396 - 1878)

Die türkische Besatzung Bulgariens wird heute als die düsterste Periode in der Geschichte des Landes bezeichnet. Dieser Zeitraum fremder Herrschaft währte 482 Jahre. In dieser Zeit wurde den Bulgaren der eigene Staat verweigert und das Land ausgeplündert. Die bulgarische Bevölkerung wurde Opfer von Gewalt und Brutalität der Besatzer, die Menschen wurden von ihrem Land vertrieben und in die Sklaverei verkauft. Städte und Dörfer wurden dem Erdboden gleichgemacht. Die Bevölkerung ganzer Gebiete wurde gezwungen, in den Bergen Zuflucht zu suchen.

 

Das türkische Militär entriß Kinder ihren Familien und stockte damit zum einen das Heer auf, zum anderen wurden die jungen Menschen zwangsweise zu Moslems gemacht. Das christliche Kulturgut wurde von den Mohammedanern gründlich geplündert und zerstört. In all diesen Jahren kam es wiederholt zu Aufständen, die von den türkischen Besatzern blutig und grausam niedergeschlagen worden. Die Bulgaren erlebten diese Zeit immer als fremdbestimmt und konnten sich mit den Besatzern nie anfreunden. Auf der kulturellen und wirtschaftlichen Ebene bedeutete die Besatzung für Bulgarien einen Rückschritt. Während das westliche Europa in die Renaissance eintrat, blieb Bulgarien im Mittelalter.