Die Kriege mit den Nachbarn

Berliner Kongress gemalt von Anton von Werner

Beim Berliner Kongreß 1878 legten die Großmächte die Basis für die folgenden militärischen Konflikte. Im Jahr 1912 schmiedeten Bulgarien, Serbien, Griechenland und Montenegro ein Bündnis auf dem Balkan. Sie stimmten überein, mit der Türkei Krieg zu führen, um die slawischen Länder zu befreien, die noch unter türkischer Herrschaft standen. Der Krieg wurde dem 5. Oktober 1912 erklärt. Die bulgarischen Streitkräfte befreiten die Stadt Lozengrad und nahmen die als uneinnehmbar betrachtete Festung von Odrin (heute: Edirne) ein. Zum ersten Mal in der Geschichte brachte die Luftfahrt Veränderungen in die Kriegführung. Die anderen Staaten griffen die türkischen Garnisonen an und sicherten sich die militärische Herrschaft.

 

Zwischen den Verbündeten des Balkans und der Türkei wurde am 17. Mai 1913 in London ein Friedensvertrag unterzeichnet. Seinen Bedingungen zufolge mußte die Türkei den Verbündeten Teile ihrer Territorien abzutreten, die westlich der Linie Midia-Enos lagen. Serbien und Griechenland begannen nun mit militärischen Vorbereitungen für einen gemeinsamen Feldzug gegen Bulgarien. Am 16. Juni 1913 befahl König Ferdinand in seiner Eigenschaft als Oberbefehlshaber der bulgarischen Armee, die serbischen und griechischen Kontingente in Makedonien anzugreifen. Die serbischen und griechischen Einheiten starteten eine Gegenoffensive. Natürlich nutzten die anderen benachbarten Länder die Situation aus und griffen Bulgarien ihrerseits an. Von allen Seiten unter Beschuß konnte Bulgarien nichts anderes machen als zu kapitulieren.

 

Am 28. Juli 1913 endeten in Bukarest die Verhandlungen zwischen Bulgarien und seinen ehemaligen Verbündeten mit dem Abschluß eines Friedensvertrages mit katastrophalen Folgen für Bulgarien. Die Bulgaren wurden so ihrer nationalen Einheit beraubt. Die Süd-Dobrudzha (das Gebiet bis zur Donaumündung) und Makedonien gingen verloren. Dies bestimmte Bulgariens Verbündete in den zwei nun folgenden Weltkriegen. Und damit auch die Zukunft als sozialistischer Staat in den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg.