Arbanasi

Das Dorf Arbanasi liegt nur 4 km entfernt von Veliko Tyrnovo. Im Jahr 1838 machte Sultan Suleiman II. dies Dorf einem seiner Schwiegersöhne zum Geschenk. Nach seinem Tod blieb Arbanasi in den Händen seiner Nachfolger. Nur der feudale Herr hatte das Recht, Steuern zu sammeln und über die Bewohner hier zu richten. Weil das Dorf von den ruinösen Pflichten zur zentralen staatlichen Verwaltung des osmanischen Reiches befreit war, sammelten seine Bewohner Reichtum als Handwerker und Kaufleute an. Ihr Ruhm reichte im 17. Jahrhundert bis nach Russland, Polen, Ungarn, Italien, Persien und Indien.

 

Die Häuser sind noch in dieser Zeit der türkischen Herrschaft erbaut worden. Mit Eisennägeln beschlagene Holztore in den hohen Mauern öffnen sich zu geräumigen Höfen mit Rasen und wilden Geranien. Aus Stein gebaut, ähneln die Häuser von ihrem Charakter her Festungen. Dies bewirken ihre 2 - 2,5 m hohen Außenmauern, die Kellergeschosse mit bis zu 1 m dicken Mauern, zugänglich nur durch verdeckte Eingänge. Das niedrigere Erdgeschoß enthielt die Lagerräume und die Haushaltsräume. Die Treppe führte, zum Teil außen gelegen, zu einer offenen Veranda, die sich in späteren Zeiten zu einem geschlossenen Saal wandelte. In Kontrast zu ihrem abschreckenden Aussehen sind die Häuser innerlich äußerst einladend gestaltet. Die Räume sind mit geschnitzten Holzdecken und Backsteinherden ausgestattet. Die Zimmer sind groß und luftig, mit eindeutig zugeordneten Funktionen als Wohnzimmer, Schlafzimmer, Eßzimmer oder Badezimmer. Bei den Türen, Schränken, Decken, Herden und Kaminen hatten Künstler die Gestaltung übernommen, teilweise sind die Gegenstände mit Dekorationen überladen.

 

Von den 80 noch stehenden Häusern sind 36 nationale Kulturdenkmale. Zwei der interessantesten Häuser sind das Haus Konstancalieva und das Haus Hadzhilieva.