Bozhenci

In Frieden einlullend und beruhigend erzeugt das Dorf Bozhenci die Illusion von Leben, das in einer früheren Zeit stehengeblieben ist. Die zweistöckigen Häuser mit getünchten Mauern steigen den Hügel nach oben, sind von Efeu und wilden Geranien bedeckt und tragen ein Dach mit schweren Steinziegeln. Die Architektur von Bozhenci ist offen und wendet sich zur Straße. Das hohe niedrigere Erdgeschoß enthält die Haushalts- und Arbeitsräume. Hier sind die Stallungen für das Vieh, die Lagerräume, der Keller und die Geschäfte. Eine Außentreppe führt zur Veranda, durch die man zuerst das Wohnzimmer betritt, um dann in die Küche (soba) und das Schlafzimmer (odaja) zu gelangen. Große Eckkamine mit Kamineinfassungen sind für das Innere der Häuser vom Bozhenci typisch. Das oberste Geschoß hat Erker, die Dächer sind von dekorativen weißen Schornsteinen geschmückt. Die Einrichtung ist großzügig - die Mauern werden häufig mit Buche getäfelt. Auf den geschnitzten Decken sind die verschiedenartigsten Motive dargestellt. Schränke und Türen harmonisieren vollkommen mit den hellfarbigen Teppichen auf dem Boden.

 

Das Haus Doncho Popa ist eines der typischsten Monumente in Bozhenci und wird in die Zeit der Nationalen Wiedergeburt Bulgariens datiert. Sehenswert in dem Dorf sind außerdem das Wirtshaus, das vor 150 - 200 Jahren gebaut wurde. Außerdem finden Sie eine Werkstatt, in der Wachs unter Verwendung einer alten hölzernen Presse gezogen wird. Die dreischiffige Kirche des Propheten Elijah mit ihren massiven Steinmauern, Gewölben und Kuppeln, die unter sich neigenden Dächern versteckt werden, wurde im Jahr 1835 gebaut. Ein interessantes Merkmal ist der sich leicht neigende Boden, der zum Altar führt, der von einer hölzernen Ikone geschmückt wird. Die Bewohner Bozhencis erhielten die Erlaubnis zum Bau eines Glockenturms, was von den türkischen Behörden zu dieser Zeit eigentlich verboten wurde. Die Glocke wurde aus der weit entfernten russischen Stadt Tula gebracht. Die Schule wurde im Jahr 1872 von Meister Gencho Kunev gebaut. Das Erdgeschoß des zweistöckigen Gebäudes enthielt einen Salon und eine Bibliothek. Das Dachgeschoß erreicht man über eine Außentreppe, dort liegen auch die Klassenzimmer.