Kotel

Die Stadt Kotel liegt in einem kleinen Tal an einem der Pässe des Balkangebirges. Hier verläuft ein Verkehrsweg, der den Norden und Süden Bulgariens verbindet. Aus dieser Lage ergibt sich, daß Kotel in der Zeit osmanischer Beherrschung ein Dorf "privilegierter Soldaten" war, die von den staatlichen Steuern befreit waren. Dies ermöglichte seinen Bewohnern, Reichtum als Kaufleute und Handwerker zu erwerben und sich im großen Ausmaß geistig und politisch befreit zu fühlen.

 

Im 19. Jahrhundert rühmte sich Kotel schon seiner vier weltlichen Schulen. Die Schule im Galata-Viertel ist heute ein Museum der bulgarischen Nationalen Wiedergeburt. Aus dieser Zeit findet man in Kotel Häuser einer hölzernen Bauweise, wie man sie häufig im Osten des Balkangebirges findet. Sie waren bis zu 3 oder 4 Stockwerke hoch. Im Erdgeschoß sind die Geschäfte und Werkstätten untergebracht, eher als die üblichen Haushaltsräume. Die ursprünglich offene Veranda wurde in späteren Zeiten geschlossen und macht die Häuser geschlossenen städtischen Häusern verwandt - mit geräumigen zentralen Salons und einem Reichtum dekorativer Elemente. Ein verwüstendes Feuer 1894 löschte fast die ganze Stadt aus, nur zwei Quartiere - Galata und Durljanka - überlebten.

 

Trotzdem geben einige der überlebenden architektonischen Beispiele einen guten Eindruck vom ehemaligen Aussehen der Stadt, zum Beispiel das Haus Kjorpeev, heute ein Völkerkundemuseum. Die Häuser Kosichkov, Pisomov, Burnev, Bajrumov und Karajvanov, die alte Wassermühle und das Gasthaus stehen ebenfalls für diese Zeit. In den Höfen wachsen Geranien und Nelken. Die Einheimischen weben heute noch ihre berühmten Teppiche von Kotel, viele ihrer Kinder studieren an der Musikschule der Stadt nationale Instrumente und Volksgesang.