Melnik

Im Südwestlichen Teil des Piringebirges findet man die Pyramiden von Melnik - seltsam geformte Felsen aus Sandstein und Kalk.

 

Melnik ist eine von Bulgariens kleinsten Städten, gelegen inmitten einer phantastischen Landschaft. Während des frühen Mittelalters fand sich die Stadt abwechselnd auf verschiedenen Seiten der bulgarisch-byzantinischen Grenze wieder. Zwischen 1205 und 1229 wählte der Feudalherr Aleksi Slave, Herrscher im Südwesten Bulgariens, Melnik zu seiner Hauptstadt. In der Mitte des 13. Jahrhunderts geriet die Stadt unter byzantinische Herrschaft. Auch heute noch machen die Ruinen des 13. Jahrhunderts einen Teil des Stadtbildes aus. Im 17. und 18. Jahrhundert blühte die Stadt mit der Produktion von Blattgold, Tabakverarbeitung und Rotwein auf. Der Ruhm Melniks drang sogar bis in die Länder mit traditioneller Weinproduktion vor, bis Frankreich, Spanien und Italien.

 

Die Bevölkerung baute Häuser mit großzügigem Grundriß auf den Fundamenten zerstörter mittelalterlicher Gebäude. Ihre Bauweise lehnte sich eng an den Verlauf des Flusses und seiner beiden Nebenflüsse an, die durch das Zentrum der Stadt fließen. Von hier steigen die Häuser wie in einem Amphitheater den felsigen Hang empor.

 

Das Haus Kordopulov wurde 1754 gebaut und gehörte dem Weinhändler Manolis Kordopulis, der europaweit bekannt war. Zwei seiner vier Stockwerke sind aus Stein gebaut. Sieben innere Treppen verbinden die verschiedenen Etagen und Räume unter dem Dach miteinander. Der Saal erhält sein Licht durch 24 Fenster, die in zwei Reihen angeordnet sind. Die obere Reihe ist aus farbigem venezianischem Glas gemacht, durch die das Licht sanft auf die gemalten Mauern, geschnitzten Decken und Schränke fällt. An drei Wänden sind niedrige Fensterbänke angebracht, der hölzerne Boden ist mit bunten Teppichen bedeckt. Das Haus Pashovata entstand 1815 und ist ein weiteres beeindruckendes Beispiel der örtlichen Architektur mit seinen zwei Stockwerken und derm ausgebauten Dach. Ein großer Salon bildet das Zentrum des Lebens im Haus. Ihn umgeben 8 Zimmer und ein Badezimmer. Geschnitzte Decken, marmorne Kamine und reich dekorierte Schränke charakterisieren das Innere. Das Haus Cincarovata aus dem Jahr 1754 ist auch eine Meisterleistung der Architektur der bulgarischen Nationalen Wiedergeburt. Von den fünf Kirchen aus der Zeit der Nationalen Wiedergeburt in Melnik ist die Kirche des Hl. Nikolaj aus dem Jahr 1756 die wohl bedeutendste. Man geht davon aus, daß sie vom gleichen Baumeister gebaut wurde, der auch das Haus Kordopulov errichtete. Die Wandgemälde und Ikonen der Kirche sind künstlerisch wertvoll, auch wenn heute nicht mehr bekannt ist, wer sie gemalt hat.