Nesebyr

Die Stadt wurde auf einer kleinen Halbinsel errichtet, die mit dem Festland durch eine 400 m lange Landenge verbunden ist. War die Stadt in thrakischen Zeiten ein Hafen, so verwandelten die Dorischen Griechen sie am Ende des 6. Jahrhundert v. Chr. in ein lebhaftes Gewerbezentrum, wobei sie ihren thrakischen Namen Messembria bewahrten. Ein großer Teil der alten Stadt ist unwiderruflich zerstört. Die ursprünglich rund 40 ha große Halbinsel ist heute nur noch 24 ha groß. Teile der alten Stadt liegen nun unter Wasser.

 

Dort in den Fluten des Schwarzen Meeres finden sich die Überreste der ehemaligen Befestigungen der Stadt, die in die Zeit vom 12. bis ins 6. Jahrhundert v. Chr. zurückdatiert werden. Andere Überreste schließen die Ruinen der Festungsmauern ein, die aus Kalkstein errichtet wurden. Auch archäologische Reste der Agora im Zentrum, der Akropolis, eines alten Tempels und mehrerer Wohnungen kann man heute sehen. Von der römischen Herrschaft nicht betroffen blieb die Stadt unabhängig, bevor sie Teil von Byzanz wurde, zusammen mit dem ganzen Balkan. Das wichtigste Monument aus der Zeit von Byzanz ist die Basilika der Hl. Sophia.

 

Die Häuser, die dem heutigem Nesebyr ihre Gestalt geben, wurden zum größten Teil im 19. Jahrhundert in der Zeit der bulgarischen Nationalen Wiedergeburt gebaut. Das typische Haus in Nesebyr aus dem 18. und 19. Jahrhundert hat einen kleinen Hof an der Straße. Eine hölzerne Treppe führt bis zum zweiten Stock, der vollkommen mit Holz verkleidet ist. Die zentralen Wohnräume sind vom Salon aus zugänglich, von dem zahlreiche Türen zu den übrigen Zimmern führen. Hölzerne Decken und getünchte Mauern charakterisieren das Innere. Die Fenster der oberen Stockwerke sind breit, die des Erdgeschosses schmal und weniger an Zahl. Die beeindruckendsten Häuser aus der Zeit der Nationalen Wiedergeburt sind das Haus Chimbulev, das Haus Panajot Muskojani und das Haus von Kapitän Pavel.

 

Nesebyrs jahrhundertealter kultureller Reichtum ist 1983 in die Liste des Weltkulturerbe aufgenommen worden.