Cherven

Die Stadt Cherven liegt rund 30 km südlich von Ruse. Sie galt als eine der stärksten Zitadellen des mittelalterlichen Bulgariens. Man findet sie auf einem Plateau eines hohen felsigen Hügels. Der Fluß Cherni Lom umgibt das Plateau an drei Seiten. Schon ein thrakischer Stamm bewohnte diesen natürlich verteidigten Ort. Während des 4. Jahrhunderts wurde die Siedlung befestigt und danach zu einer starken Festung ausgebaut, die von uneinnehmbaren Mauern umgeben war, die jetzt noch bis zu bei einer Höhe von 5 m erhalten sind.

 

Das genaue Schicksal von Cherven in der Zeit der Völkerwanderung ist unklar. Wahrscheinlich wurde die Stadt zerstört und als eine Festungsstadt im 10. und 11. Jahrhundert wiederaufgebaut. Es existieren kaum schriftliche Aufzeichnungen über Cherven aus der Zeit des Zweiten Bulgarischen Königreichs. Die Überreste der letzten Bauperiode sind bis heute erhalten. Die Stadt breitete sich über den ganzen Felshügel aus. Sie bestand aus zwei Teilen - einer Zitadelle auf dem unzugänglichsten Teil des Hügel und der eigentlichen Stadt. Sie waren von 12 m hohen und 3 m dicken Steinmauern mit Türmen und Bastionen umgeben. Während der Herrschaft von König Ivan Asen II. (1218-1241) war die Stadt ein bedeutendes politisches, ökonomisches und kulturelles Zentrum und eine mächtige Hochburg des bulgarischen Staates.

 

Nur ein quadratischer Turm, errichtet auf einem byzantinischen Fundament, ist aus dieser Epoche erhalten. Das größte Gebäude in der Zitadelle war der Palast mit 60 m Länge und 30 m Breite, gebaut im 13. Jahrhundert. Cherven war ein Weltstädtischer Wohnsitz - das ist auch der Grund dafür, daß hier viele Kirchen gebaut wurden. Sechs Kirchen, die im Stil der Architekturschule von Tyrnovo gebaut werden, hat man inzwischen entdeckt.

 

Am Ende des 14. Jahrhunderts wurde die Stadt von den Türken erobert.