Madara

Madara ist ein Symbol des bulgarischen nationalen Geistes, von seinen tiefen nationalen Wurzeln mit der geistigen Kontinuität von Generationen von Bulgaren durch die Jahrhunderte. Die Welt erkannte die Wichtigkeit dieser historischen Stelle, indem sie diese ins Weltkulturerbe aufnahm. Viele Archäologen sind der Ansicht, daß Madara die Wiege einer alten Kultur darstellt. Darauf deuten viele Funde hin: Der natürliche Schutz durch die umgebenden Steinformationen, bewohnbare Höhlen, die verschiedenartige und reiche Vegetation, klares Wasser - all dies hat Menschen angezogen, um sich hier in alten Zeiten niederzulassen.

 

Bereits aus der Zeit 4.000 v. Chr. finden sich hier Spuren erster Besiedlung. Wertvolle historische Funde aus der Neusteinzeit und der Kupferzeit fand man hier in diesen Höhlen. Ein thrakischer Schrein mit drei Nymphen wurde in der nördlichen Seite der Höhle entdeckt. In eine Felswand ist der berühmte "Reiter von Madara", ein Bild alten thrakischen Rittertums, eingemeisselt.

Es gab auch ein großes Landgut in der römischen Zeit. Später umgab man die große Höhle mit einer Mauer.

 

Das bedeutungsvollste Merkmal von Madara ist, daß es als ein geistiges Zentrum begründet wurde, ein heidnischer Schrein, eine christliche Basilika, ein mittelalterliches Mönchskloster, ein Schutz für die Kleriker, die dem feudalistischen System in Opposition gegenüberstanden. Mönche lebten hier in der Zeit des Zweiten Bulgarischen Staates und schlugen ihre Zellen, Kirchen und Grüfte in den Stein. Madara ist ein einmaliges Museum und gibt dem Betrachter die Chance, Tausende von Jahren bulgarischer Geschichte zu durchdringen.