Christo

Christo, Künstler mit dem bürgerlichen Namen Christo Wladimirow Jawatschew ist, wurde am 13. Juni 1935 in bulgarischen Gabrowo im Nordbalkan-Gebirge geboren. Zusammen mit seiner Frau Jeanne-Claude versucht er durch Verhüllung oder Veränderung bekannter Gegenstände, eine neue Perspektive auf die Dinge zu eröffnen. Besonders bekannt ist die Verhüllung des Reichstags 1995 des Künstlerpaares.

 

Biografie

Schon als kleines Kind begeistert sich Christo für das Zeichnen und Malen, auch das Theater fasziniert ihn. Zwischen 1952 und 1956 studiert er Kunst in Sofia. Jedoch fühlt er sich von dem vorgegebenen sozialistischen Lehrplan eingeengt. Nach dem Studium geht er nach Prag, von wo aus er aus dem Ostblock in den Westen fliehen kann. In Wien kann er bei Freunden seines Vaters unterkommen und studiert eine kurze Zeit an der Wiener Kunstakademie. Aber schon 1958 geht er über die Schweiz nach Paris.

Christo versucht sich mit Porträtmalerei zu finanzieren, lebt aber in ständiger Not. Trotzdem genießt er das Leben in Paris, besucht viele Museen und lässt sich inspirieren. Auch lernt er noch im selben Jahr Jeanne-Claude kennen, als er ihren Stiefvater porträtieren soll. Erste Pakete und verhüllte Objekte entstehen, Geld verdient Christo jedoch weiterhin mit der Porträtmalerei. Seine Verhüllungen sind noch nicht anerkannt, er lebt aufgrund schlechter Französischkenntnisse gesellschaftlich isoliert.

1960 wird der gemeinsame Sohn Cyril Christo geboren. Heute ein Schriftsteller, Fotograf und Filmemacher. Ein Jahr später realisiert das Paar ihr erstes gemeinsames Projekt: Im Kölner Hafen verhüllen sie Fässerstapel. Im Jahr 1962 bestreiten sie das erste große Projekt „Eiserner Vorhang – Mauer aus Ölfässern“ in Paris. Eine Seitenstraße an der Seine blockieren sie im Juni durch zahlreiche gestapelte Ölfässer. Im selben Jahr heiraten die beiden. Trotz anhaltender Armut versuchen sie, Geld für eine Überfahrt nach New York zusammenzubekommen.

Seit 1964 lebt das Künstlerehepaar in New York City. Zu Beginn haben sie Probleme, sich einzuleben, die Sprache zu lernen und eine Wohnung zu finden. Gemeinsam können sie aber einige größere Projekte realisieren, darunter das „5.600 Kubikmeter Paket“ für die documenta 4 in Kassel, und seine Werke in einigen etablierten Galerien ausstellen.

 

Verhüllung des Reichstags in Berlin

Seit 1971 kämpfen Christo und Jeanne-Claude für die Verhüllung des Berliner Reichtages. Nach dem Fall der Mauer und der Einverständniserklärung der Politik können sie im Juni und Juli 1995 ihr Projekt „Wrapped Reichstag“ endlich realisieren. Insgesamt sind 200 Helfer damit beschäftigt, den Reichstag mit 100.000 Quadratmeter Gewebe zu verhüllen. Rund 5 Millionen Besucher kommen in der Zeit vom 17.6. bis zum 9.7. nach Berlin, um die spektakuläre Aktion zu sehen.

 

"The Wall" im Gasometer, Oberhausen

Anfang 1999 installieren die beiden ein weiteres Projekt in Deutschland. Im Gasometer in Oberhausen bauen sie eine Mauer aus 13.000 Ölfässern in verschiedenen Farben. Insgesamt wiegt das Konstrukt 300 Tonnen und wird von einem Gerüst getragen.

 

"The Gates" im Central Park, New York

Im Februar 2005 können Christo und Jeanne-Claude ein weiteres lang geplantes Projekt verwirklichen. Im New Yorker Central Park stellen sie 7.500 Tore auf, jedes trägt ein gelbes, frei hängendes Tuch. Das aufwändige Projekt kostet rund 20 Millionen Dollar, was allein durch Christos frühere Werke gedeckt werden soll. Rund zwei Millionen Besucher schauen sie sich die Installation an.

 

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