Assen Jordanoff

Im goldenen Zeitalter des Fliegens machte sich Assen Jordanoff einen Namen nicht nur als einfallsreicher Flugzeugbauer und Innovator, sondern gleichzeitig als höchst talentierter Pilot und Fluglehrer. So sollte er nicht nur in der bulgarischen Aeronautik Spuren hinterlassen – auch in den Vereinigten Staaten von Amerika bereicherte das Multitalent mit seinen vielfältigen Ideen und seinem Arbeitseifer die Fliegerei.

Geboren wurde Asen Hristov Yordanov wurde 1896 in Sofia. Seine Eltern waren wohlhabend und legten großen Wert auf seine Bildung, weshalb ihr Sohn bereits früh eine umfassende Schulbildung erhielt. Für eine kurze Zeit ging er auch auf ein Internat in Genf, wo er Französisch lernte.

Bereits von einem sehr jungen Alter an interessierte er sich für das Fliegen. So war er ein begeisterter Drachenbauer und besuchte bereits als Schüler Vorlesungen zu Physik und anderen dazu passenden Themen an der Universität. Auch sein Talent zum Erfinder zeigte sich früh: So erfand er in seiner Jugend eine so genannte „Dark Box“, eine Kiste, in der ohne komplette Dunkelkammer Fotos entwickelt werden können.

Im Alter von 16 Jahren in 1912 plante, baute und testete er seinen ersten, voll funktionsfähigen Gleiter. Das nur sieben Meter lange, 23 Kilo schwere Fluggerät mit einer Oberfläche von 14 Quadratmetern blieb für über 12 Minuten in der Luft und stieg nach Reporten bis auf eine Höhe von 10 bis 12 Metern. Tage später wagte er einen zweiten Flug, diesmal im Beisein einer offiziellen Kommission als Zeugen.

Assen Jordanoff: Kriegsheld, Erfinder und Fliegerass


Motiviert durch diese Erfolge und seinen Wunsch, Flieger zu werden, versuchte Yordanov, auf die damals bekannte Blériot-Schule in Etampes in Frankreich zugelassen zu werden. Dass dies aufgrund seiner bulgarischen Herkunft und seinem Alter höchst unwahrscheinlich war, war ihm sicher bewusst. Trotzdem gelang es ihm, nach einem Treffen mit Louis Blériot selbst, die Schule zu besuchen. Zwar war er nicht offiziell eingeschrieben und erhielt auch kein Diplom, doch konnte er sich in Nähe der Piloten mit dem Fliegen auseinandersetzen. Nach dem Abschluss, ging er zur Armee, um im Balkan-Krieg zu dienen. Nach dem Krieg entwickelte er das erste bulgarische Flugzeug, Yordanov-1. Er verkaufte die Pläne an das bulgarische Militär, wo bereits im ersten Jahr 23 der Flugzeuge wurden.

Nach seinem Schulabschluss wurde er als Soldat im ersten Weltkrieg eingezogen. Als Pilot flog er in 84 Missionen und wurde für seine Leistungen und seinen Mut ausgezeichnet. Daraufhin emigrierte er in die USA, wo er sich Englisch beibrachte, um weiter studieren zu können. Gleichzeitig besuchte er eine Pilotenschule und arbeitete daraufhin als Lufttaxi-Fahrer, Stunt-Pilot und vor allem als Fluglehrer. Seinen Namen glich er an die amerikanische Schreibweise an: So änderte er ihn in Assen Jordanoff.

In den 30er und 40er Jahren schrieb er eine Reihe von Ratgebern und Textbüchern zum Thema Fliegen. Sie wurden von der Fachwelt mit großer Begeisterung aufgenommen und sogar in andere Sprachen übersetzt. In den nächsten Jahren wuchsen auch seine eigenen Firmen: So hatte er weiter Erfolg als innovativer Flugzeugkonstrukteur und als Produzent von hochklassigen Flugzeug-Anleitungen und Informationswerken über das Fliegen.

Seine Beliebtheit in der breiten Öffentlichkeit war sprichwörtlich, so wurde er zum Ehrenbürger der Stadt New York ernannt. Außerdem wurde er in das prestigeträchtige Who’s Who aufgenommen. 1967 verstarb Jordanoff im Alter von 71 Jahren. Freunde verstreuten seine Asche aus einem Flugzeug.