Katooshu Katsunori – der „David Beckham des Sumo“

Katooshu Katsunori
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Katooshu Katsunori

Katooshu Katsunori ist ein Berg von einem Mann. Über zwei Meter groß ist der Sumo-Ringer, der regelmäßig mit einem Kampfgewicht von rund 150 Kilo auf die Matte steigt. Dass er damit noch eher zu den Leichtgewichten der japanischen Sumo-Liga zählt, mag überraschen. Hinter dieser Masse versteckt sich jedoch eine Beweglichkeit und Koordination, die man ihm auf dem ersten Blick gar nicht zutraut. Mit diesen Voraussetzungen hat es Katooshu, der vor seiner Sumo-Karriere unter seinem bulgarischen Namen Kaloyan Stefanov Mahlyanov bekannt war, zu zweithöchsten Rang der japanischen Sumo-Liga geschafft. Dieser Erfolg hat ihn in Japan zu einem gefeierten Sport-Star gemacht – und in seiner Heimat Bulgarien zu einem Volkshelden.

Zu schwer für Olympia

Katooshu begann seine Sportkarriere ursprünglich als griechisch-römischer Ringer in seiner Heimat Bulgarien. Sein Vater trainierte ihn bereits in einem jungen Alter, so dass er mit nur mit 14 Jahren schon eine europäische Meisterschaft gewinnen konnte. Wegen seiner Erfolge wurde er in die Bulgarische Sportakademie in Sofia aufgenommen, wo er sich weiter dem klassischen Ringen widmete. Im Jahre 2000 wollte er sogar an den Olympischen Spielen in Sydney teilnehmen, verpasste jedoch das Höchstgewicht von 120 Kilogramm. Dies gab ihm den Ausschlag, sich vorrangig dem Sumo-Ringen zu widmen.

Als Europäer an der Sumo-Spitze

In Japan kämpft er für den prestigeträchtigen Sumo-Stall Sadogatake in Matsudo. Unter dem professionellen Training in diesem Verein bestritt er auch sein professionelles Sumo-Debut im Jahre 2002. Dank seines kämpferischen Talents machte er sich schnell einen Namen und stieg 2004 bereits in die höchste Liga des Sumo-Sports auf. In einem extrem erfolgreichen Turnier im September 2005 gelang es ihm, dem dominierenden Yokozuna (der höchste Rang für einen Sumo-Ringer) Asashoryu die einzige Niederlage in diesem Turnier zuzufügen. Daraufhin wurde er offiziell zum so genannten Ozeki befördert, der zweihöchste Rang, den ein Sumo-Ringer erreichen kann. Damit ist er der erste Europäer und auch erst der fünfte Nicht-Japaner, dem dies gelungen ist.

Katooshus große Statur mit langen Armen, kombiniert mit seinem verhältnismäßig moderaten Gewicht prägt auch seinen Kampfstil maßgeblich. So nutzt er besonders viele Würfe, bei der er dem Gegner in den Gürtel greift, da ihm dabei seine lange Reichweite einen direkten Vorteil verschaffen. Dank seines eher geringen Gewichts ist er extrem beweglich, was ihm auch erlaubt, effektive Ausweichtechniken zu benutzen. Ein weiterer zentraler Faktor ist natürlich auch seine langjährige Erfahrung als Ringer. 

„David Beckham des Sumo“

In Japan ist Katooshu einer der bekanntesten Sumo-Ringer. Besonders berühmt ist neben seiner sportlichen Erfolge vor allem für sein gutes Aussehen: So wird er von seinen Fans auch „David Beckham des Sumo“ genannt. Außerdem tritt er oft als Werbefigur für Yoghurt in Erscheinung, da eine japanische Marke so genannten „Bulgarischen Yoghurt“ vertreibt. Auch in seinem Heimatland Bulgarien ist er bekannt und beliebt. So wurde ihm im Jahre 2009 sogar der „Orden Stara Planina“ verliehen, eine der höchsten Auszeichnungen des Landes.